Lohnt eine Zahnzusatzversicherung?
19 01 20121. Ein schönes Lächeln ist keine Selbstverständlichkeit
In nicht wenigen Ländern dieser Erde ist es mitnichten eine Selbstverständlichkeit, dass Menschen auch in fortgeschrittenem Alter noch alle Zähne im Mund haben. In Deutschland hingegen sind die Zähne bei älteren Menschen – sofern sie nicht schon durch "die Dritten" ersetzt worden sind – oftmals noch gesund, optisch vergleichsweise schön und stark. Dies liegt zu ganz wesentlichen Teilen daran, dass hierzulande ein gutes Krankenversicherungssystem gerade rund um den Zahnschutz greift. Aber die Schattenseite der Medaille ist, dass für das Sozialsystem spürbare Kosten anfallen. Dies macht sich bei jedem Einzelnen auf dem monatlichen Gehaltszettel ebenso bemerkbar wie bei eventuellen, im Einzelfall von der Kasse nicht mehr getragenen Leistungen. Wenn der Zahnarzt mehr verlangt, als der Versicherer zahlt, ist nämlich rasch ein tiefer Griff in die Tasche angezeigt, um die anstehenden Honorare begleichen zu können. Um solchen Szenerien aus dem Weg zu gegen und vorbeugend entgegenzuwirken, lohnt sich das Nachdenken über den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung.
2. Wann sind Zähne eigentlich "gesund genug"?
Ob man eine zusätzliche Versicherung für den Zahnschutz abschließt oder nicht, sollte man in erster Linie davon abhängig machen, wie anfällig die Zähne sind. Problematisch ist diesbezüglich aber, dass diese Einschätzung bisweilen von Zahnarzt zu Zahnarzt divergiert. Während ein "Halbgott in Weiß" seinem Patienten kerngesunde Zähne bescheinigt, mit denen er voraussichtlich sehr alt werden kann, runzeln Kollegen bereits die Stirn und prophezeien in wenigen Jahren weitere Füllungen oder sogar denkbare Zahnausfälle wegen Paradontose. Daraus folgt, dass es empfehlenswert ist, sich im Vorfeld des Abschlusses einer Zahnzusatzversicherung mehrere Meinungen einzuholen. Kostengünstig lässt sich das bewerkstelligen, wenn man die halbjährlich von der Kasse finanzierten Routine-Untersuchungen dazu nutzt, verschiedene Zahnärzte zu konsultieren und sich ihre jeweiligen Einschätzungen geben zu lassen.
3. Indizien, die für den Abschluss der Versicherung sprechen
Haben sich die Zähne in der Vergangenheit als stark anfällig für Karies gezeigt und sind demnach trotz ausreichender Hygiene immer wieder Füllungen oder auch Wurzelbehandlungen notwendig geworden, so deutet dies darauf hin, dass auch in der Zukunft (leider) weitere Beschwerden ab und an auftreten werden und eine Behandlung notwendig machen. Auch Kronen, Implantate oder Brücken sind dann nicht auszuschließen, was den Abschluss einer auf die Zähne bezogenen Zusatzversicherung ratsam erscheinen lässt. Ebenfalls ein Umstand, der für kostenintensive kommende ärztliche Maßnahmen spricht, ist eine ausgeprägte Paradontose. Diese hat im schlimmsten Fall den vollständigen Ausfall von Zähnen zur Folge und zieht somit besonders aufwendige ärztliche Maßnahmen nach sich.
4. Nicht auf die letzte Minute tätig werden!
Bedacht werden sollte, dass der Abschluss einer Zusatzversicherung für die Zähne nicht mit Blick auf eine ganz konkrete und in kurzer Zeit anstehende Behandlung durchgeführt werden kann. Wer also in drei Wochen eine Krone oder ein Implantat bekommt, wird die hierfür anfallenden Kosten nicht vermeiden können, wenn er noch zügig eine Zusatzversicherung abschließt. Aus der Sicht des Patienten mag dies zwar ärgerlich sein, aber andernfalls würde ja auch schlicht kein Anreiz dafür bestehen, sich schon frühzeitig versichern zu lassen. Die Zeitspanne zwischen Vertragsabschluss und Eingreifen der Versicherung beträgt hierbei im Schnitt rund ein halbes Jahr und variiert zudem von Anbieter zu Anbieter.