Sicherheitsschuhe S3 – wenn man auf Nummer sicher gehen will
21 12 2011Auf Nummer sicher zu gehen, kann einem im Arbeitsalltag sehr nützlich sein – vor allem, wenn etwas schief läuft. Man schließt bestimmte Verletzungen im Fußbereich von vorneherein aus, wenn man die richtigen Sicherheitsschuhe trägt. Die Berufsverordnungen regeln, welche Sicherheitsstandards in bestimmten Berufen eingehalten werden müssen. Ansonsten kann man die Berufsgenossenschaften fragen. Wer die vorgeschriebenen Sicherheitsschuhe im Beruf nicht trägt, riskiert außer schweren Verletzungen auch den Verlust von Versicherungsleistungen.
Was zeichnet Sicherheitsschuhe S3 aus?
Man benennt die unterschiedlichen Sicherheitsstandards bei Berufsschuhen mit verschiedenen Buchstaben- und Zahlenkombinationen. Mit SB sind die minimalen Grundanforderungen erfüllt, mit der Klasse S3 sind bereits spezielle Anforderungen an Sicherheit erfüllt. Diese Schuhe müssen neben einer Stahlkappe zum Schutz des Zehenbereichs mit weiteren Features ausgerüstet sein. Sie haben eine antistatische Ausrüstung, eine öl- und benzinresistente Sohle, bei der die Energieaufnahme im Fersenbereich besonders hoch ist und sind durch eine Einlage in der Sohle durchtrittsicher. Zudem ist auch der Wasserdurchtritt des Schuhoberteils abgesichert. Der Schuhschaft soll möglichst kein Wasser aufnehmen. Solche Schuhe machen in Berufen Sinn, wo man auf verschiedene Bedingungen stößt, in denen diese Ausrüstung Sinn macht. Angesichts dieser Standards waren früher nur wenige Schuhmodelle zum Kauf geboten, die zudem sehr klobig wirkten. Dank moderner Materialien kann man heute aber auch ganz normal aussehende Boots oder Halbschuhe damit ausrüsten. Die klassische Stahlplatte in der Sohle wird heute noch verwendet. Zu Gunsten eines geringeren Gewichts oder besserer Abrollfähigkeit kann sie aber auch durch leichtere Materialien wie Kevlar oder ähnliches ersetzt werden. Der potentielle Kunde kann heute auch in dieser Sicherheitsklasse seinem individuellen Geschmack genügen. Moderne Technologien erlauben es, auch normal aussehende Sportschuhe mit den Sicherheitsstandards auszurüsten, die die Klasse S3 an sie stellt.
Moderne Sicherheitsschuhe versus Traditionsschuhwerk
Der Traditionsschuh der Dachdecker und Zimmerleute war Bestandteil der typischen Ständebekleidung. Er zeichnete sich durch zwei seitliche Schnallen am Lederkorpus aus und hatte eine Gummisohle aus Autoreifen. Dachdecker und Zimmerleute tragen auch heute noch diesen klassischen Schuh, der allerdings nicht der Sicherheitsklasse S3 genügt. So erfand man einen Dachdeckerschuh, der alle festgelegten Merkmale der Sicherheitsklasse 3 erfüllt. Die Optik des Sicherheitsschuhs für Dachdecker und Zimmerleute hat man aus nahe liegenden Gründen an der bekannten Optik orientiert. Der Dachdeckerboot besitzt ebenfalls zwei seitliche Lederschnallen. Er hat außerdem eine Stahlsohle und eine Stahlkappe, einen wärme-isolierenden Unterbau für den Schwarzdeckenbau und eine schützende Gummikappe im Zehenbereich, die auch bei Arbeiten im Knien nicht schnell abnutzt. Der neuartige Dachdeckerschuh entspricht der ISO 20345 S3 HI Norm. Er hat feuerbeständige Nähte und eine rutschhemmende Gummisohle, die antistatisch, kraftstoff- und hitzebeständig bis 200 Grad Celsius ist. Kurzen Erhitzungen bis zu 300 Grad Celsius hält sie ebenfalls stand. Beim Teeren eines Daches kann es schon mal dazu kommen. Anhand dieses Beispiels sehen wir, dass herkömmliche Sicherheitsstandards überdacht werden und neue Materialien, Imprägnierungen oder Verbundtechniken technologische Nachbesserungen erlauben.
Modische Aspekte
Auch die Sicherheitsschuhe S3 genügen heute modischen Anforderungen. Man muss auch bei größtmöglichen Sicherheitsstandards keine Abstriche im Aussehen mehr hinnehmen.